Halbling – M16-Halbkettenfahrzeug von Torro
von admin • 3.6.2010 • Kategorie: ModelleEin nicht alltägliches Militärmodell hält die Firma Torro für FunktionsÂmodellbauer bereit: das Âamerikanische Halbkettenfahrzeug M16 mit Flak-Vierling im Maßstab 1:16. Ein äußerst interessantes Fahrzeug, das sowohl im Original als auch im Modell einige Besonderheiten aufweist, die eine nähere Betrachtung verdienen.


Die Vorderräder sind einzeln Âaufgehängt und gefedert. Eine Spiralfeder versieht hier ihren Dienst

Ein Servo ist für die Lenkung zuständig. Die Übertragung erfolgt mit einem dünnen Silberstahldraht

Durch den Fahrwerksrahmen aus Metall macht das Modell einen durchaus Ârobusten Eindruck

Für den Betrieb des Modells werden Âentweder acht AA-Batterien oder der als Zubehör erhältliche 9,6-Volt-Akku Âbenötigt. Der Anschluss für diesen ist der kleine rote Stecker in der Nische des Batteriefachs rechts unten

Der Elektromotor mit Getriebe sitzt unter der Fahrerkabine. Über eine Silberstahlwelle wird ein DifferenzialÂgetriebe angetrieben, auf dessen Achsen die Kettenantriebsräder befestigt sind

Auf dieser kleinen Platine ist die komplette Steuerung untergebracht: Empfänger, Fahrregler, Steuerung für die Flak und das Soundmodul für die Schusssimulation nebst Blitzer für die Flak-LED. Links ist der kleine Lautsprecher zu sehen

Mit dem breiten Stecker am unteren Rand der Haupt-Platine wird die Verbindung zum Flak-Aufbau hergestellt

Ein kleiner Elektromotor mit Schneckenzahnrad und zwei Stirnzahnräder sorgen für die Kraftübertragung …

… an ein großes Zahnrad. Dieses ist mit der Welle der Flak-Lafette verschraubt. Dadurch ist eine originalgetreue Drehgeschwindigkeit der Flak sichergestellt

Im Boden der Lafette kommt der Âvermutete Schleifring zum Vorschein. Der Achszapfen für das große Zahnrad ist als Sechskant ausgeführt. Durch Âdiesen Formschluss kann sich nichts Âlockern und leer durchdrehen

Im Sockel der Flak findet die Trägerplatte mit den Schleifern ihren Platz. Im Zusammenspiel mit der Schleifringplatte wird die Stromversorgung der Flak gewährleistet

Die Vorderansicht mit der Seilwinde präsentiert sich sehr detailliert. Die LED in den Frontscheinwerfern haben leider ein hartes, an moderne Xenon-Scheinwerfer erinnerndes Licht

Auch am Heck ist das Modell sehr detailliert, beispielsweise in puncto Beschriftung. Die Rücklichter sind mit roten LED bestückt

Der Servo für die Höhenrichtung der Flak ist ungetarnt verbaut. Eine Verkleidung in Form einer größeren Autobatterie wäre wünschenswert

Neben dem Sitz des Flak-Schützen ist das Antriebszahnrad der Höhenrichtwelle angebracht

Dezente Verschmutzungen, wie hier an den vorderen Kotflügeln, machen den gut detaillierten Gesamteindruck perfekt

Das Halbkettenlaufwerk mit dem GummiÂraupenband ist sehr vorbildgetreu, auch hier sind Verschmutzungen angebracht

Die beiden FahrerÂfiguren sind recht vernünftig bemalt. Der eine hält eine Zigarette lässig in der rechten Hand
Gut gesichert gegen eventuelles Verrutschen sitzen Modell, Sender und die beiden Fahrerfiguren in der ansprechend bedruckten Verpackung. Auf der Rückseite des Kartons sind die Funktionen, mit welchen das Modell aufwartet, dargestellt: Fahren vorwärts/rückwärts/links/rechts, Drehen des Flak-Aufbaus um 360 Grad, Heben/Senken der Flakgeschütze.
Bestandsaufnahme
Wie gut der Inhalt gegen das Verrutschen gesichert ist, bemerkt man spätestens beim Herausziehen des Innenkartons, in welchem das Modell, der Sender und die beiden Fahrerfiguren befestigt sind. Mit zwei stramm verdrehten Drähten, die mit Kunststoff ummantelt sind, ist der Sender in seiner Mulde gesichert. Geradezu „bombenfest“ verzurrt ist das Modell selbst: Zwei breite Kabelbinder der stärksten Sorte halten das Halbkettenfahrzeug in der Verpackung fest. Diese Sicherung kann entweder mit einem Seitenschneider durchtrennt werden oder man drückt den Sperr-Riegel im Kopf des Kabelbinders mit einem kleinen Schraubendreher nach unten. Dadurch wird der Kabelbinder entsperrt und so ist es möglich, diesen zerstörungsfrei zu öffnen. Neben dem Modell liegt auch eine Bedienungsanleitung in Deutsch und Englisch bei.
Nachdem alles aus der Verpackung befreit wurde, erfolgt eine erste optische Inspektion. Der erste Eindruck des Modells ist überaus positiv: sehr reich detailliert und dezent mit Verschmutzungsspuren versehen. Die Reifen auf der Vorderachse sind aus Gummi, das Kettenlaufwerk unter dem Heckaufbau ist vorbildgetreu ausgeführt: Wie das Vorbild verfügt das Modellfahrzeug über ein Gummiraupenband. Noch heute werden bei kleineren Baggerfahrzeugen Gummiraupenbänder eingesetzt. Damals wie heute sind diese natürlich mit Stahl verstärkt. Der Vorteil dieser Lösung liegt zum einen in der Wartungsfreundlichkeit, zum anderen in der geringen Geräuschentwicklung im Fahrbetrieb, da bei einer Metallkette ein deutliches Laufgeräusch zu hören ist. Dasselbe ist auch bei einem Modell mit Metallketten festzustellen.
Detailgetreu
Schön ausgeführt ist auch das Fahrerhaus. Ob sich der Fahrer so einfach hinter das große Lenkrad setzen lässt, muss sich noch herausstellen. Nun muss sich der Heckaufbau mit dem Flak-Vierling einer näheren Betrachtung unterziehen. Als Erstes sticht hier der deutlich gekennzeichnete Ein-aus-Schalter des Fahrzeugs ins Auge, da dieser mitten auf der Ladefläche platziert ist. Schöner wäre gewesen, wenn dieser unter dem Funkgerät, das sich auf der rechten Vorderseite der Ladefläche befindet, untergebracht wäre. Die Antenne ist fest im Sockel montiert und nicht wie bei anderen Modellen als trennbare Steck-Antenne ausgeführt. Die Flak ist ebenfalls sehr detailliert, die Magazine sind sogar beschriftet. Auf der linken Seite der Flak-Lafette fällt ein kleines weißes Zahnrad auf. Dieses greift in die Höhenrichtwiege ein. Rechts befindet sich ebenfalls ein solches Zahnrad unter der Höhenrichtwiege der Lafette. Eine Silberstahlwelle führt unter dem Sitz des Flak-Schützen hindurch und verbindet die beiden kleinen Zahnräder. Wären diese aus einem dunklen oder schwarzen Kunststoff, würde die Optik noch vorbildgetreuer ausfallen.
Unter dem Sitz ist auf der Welle noch ein größeres Zahnrad fixiert. Hier greift ein kleines Servozahnrad in das Âgrößere ein. Das für das Heben und Senken zuständige kleine Servo ist offen an der unteren Rückwand der Flak-Lafette befestigt und damit gut zu sehen. Eine kleine Verkleidung – beim Original war hier eine größere Autobatterie für die Stromversorgung der Flak untergebracht – und das Servo wäre unsichtbar. In den Mündungen der MGs sitzen kleine LED, die Verkabelung erfolgt über einen Kabelkanal (eine Nut), welchen man auf der Unterseite der MGs sehen kann. Ein Anstrich mit eisenfarbigem Lack tarnt die Drähte. Jetzt ist die Unterseite dran. Zwischen den beiden Gummiraupenbändern sitzt das Akkufach, welches mit einer Schraube verschlossen wird. Der Elektromotor mit Getriebe für den Antrieb sitzt unter dem Führerhaus. Mittels einer Welle aus Silberstahl wird die Kraft auf ein Differenzialgetriebe übertragen, von welchem die Achsen der Antriebsräder für die Gummiraupenbänder abgehen. Über dem Differenzialgetriebe ist die Auslassöffnung des Lautsprechers zu sehen. Da der Rahmen des Fahrzeugs aus Metall ist, macht das Fahrzeug einen ziemlich robusten Eindruck. Die Ansteuerung der Lenkung erfolgt mit einem Servo. Der Anlenkungsdraht sieht allerdings recht dünn aus. Ob dieser im Fahrbetrieb auf Dauer standhält, bleibt abzuwarten.
Steuer-Einheit
Der Sender der Fernsteuerung ist sehr kompakt und handlich, allerdings ist die Funktionalität eher auf Neueinsteiger in den Funktionsmodellbau abgestimmt. Auf dem linken Steuerknüppel sind laut Anleitung Vorwärts-/Rückwärtsfahrt des Fahrzeugs und die 360-Grad-Drehung der Flak-Lafette hinterlegt. Auf dem rechten Steuerknüppel sind die Fahrzeug-Lenkung und das Heben und Senken der Flak zu finden. Die zwei kleinen Drehrädchen an der Seite der Steuerknüppel sind für die Trimmung zuständig. Rechts an der Stirnseite des Senders befindet sich der Feuerknopf für die Flak. Auf der Rückseite des Senders befindet sich das ebenfalls verschraubte Batteriefach. Benötigt werden acht Batterien der Größe AA. Diese sind nicht im Lieferumfang enthalten und müssen zugekauft werden. Für das Halbkettenfahrzeug werden ebenfalls acht Batterien der Größe AA oder der separat als Zubehör erhältliche 9,6-Volt-Akku mit 800 Milliamperestunden Kapazität benötigt. Angeschlossen wird dieser Akku an der im Batteriefach auf der Fahrzeugunterseite eingebauten roten Steckerbuchse.
Die im Lieferumfang enthaltenen zwei GI-Figuren stellen die Fahrzeugbesatzung dar. Auch hier überzeugt die gute Detaillierung und die hochwertige Bemalung. Die Arme der Figuren sind an der Achsel beweglich, sodass sie in verschiedene Haltungen gebracht werden können. Der Oberkörper der Figuren ist über der Koppel drehbar, daher ist auch mal ein Blick zur Seite möglich. Leider lässt sich keine der beiden Figuren so einstellen, dass man die Flak besetzen könnte. Ohne einen „Gunner“ im Sitz zwischen den vier Flak-MGs sieht es jedoch etwas seltsam aus, wenn sich die Flak dreht, die Geschütze sich heben und senken. Eine zusätzlich erhältÂliche Flak-Bedienmannschaft, bestehend aus einem Schützen, vier GIs für das Nachladen und einem Feuerleitoffizier wäre daher wünschenswert.
Motorisierung
Nach dem Einlegen der Akkus in den Sender und in das Fahrzeug schaltet man wie üblich zuerst den Sender und dann das Fahrzeug ein. Die Vorderräder zucken dabei ein wenig – die Verbindung steht also. Die Räder der Vorderachse stehen schön gerade, die Trimmung der Lenkung ist also in Ordnung. Leichtgängig lässt sich der rechte Steuerknüppel nach links und rechts schieben, gehorsam folgen die Vorderräder der Knüppelbewegung. Allerdings ist das Lenkservo sehr deutlich zu hören. Da die Höhenverstellung des Flak-Vierlings mit dem rechten Steuerknüppel betätigt wird, testet man an dieser Stelle am besten auch gleich diese Funktion und drückt den Hebel nach oben. Flott, aber nicht zu schnell, heben sich die Rohre der Flak. Deutlich macht sich der kleine Hebemotor in seinem Servogehäuse bemerkbar. Hierbei wird klar, dass es sich nicht um ein Lenkservo im herkömmlichen Sinne handelt, sondern um einen kleinen Motor mit Servogetriebe. Allerdings ohne die für eine Rudermaschine benötigte Steuerelektronik. Kurz bevor die vier Flak-Geschütze senkrecht stehen, wird eine Rutschkupplung ausgelöst und damit ein Überdrehen des Antriebs verhindert.
Nun drückt man den rechten Hebel wieder nach unten und die Flak senkt sich wieder. Beim Druck auf den Auslöseknopf für die Schussfunktion blitzen die in den Geschützmündungen versteckten LED rot auf und ein Schussgeräusch ertönt. Dabei fällt auf, dass das Aufblitzen der LED nicht so häufig ist wie das wiedergegebene Schussgeräusch. Hier sollte die Blitzfrequenz nachgebessert werden. Jetzt wenden wir uns der linken Seite des Senders zu. Auf dem linken Steuerhebel sind die Funktionen Drehen der Flak-Lafette (links/rechts) und Fahren (vorwärts/rückwärts) zu finden. Besonders gespannt waren wir auf das Drehen der Lafette, schließlich war auf dem Verpackungskarton eine volle 360-Grad-Drehung versprochen worden. Also den linken Hebel nach rechts drücken, schon setzt sich die Flak-Lafette zügig im Uhrzeigersinn in Bewegung. Und tatsächlich: Kein Anschlag oder eine Rutschkupplung stoppen die Drehung. Sehr gut. In die Gegenrichtung nach links dasselbe Spiel. Hier dürften ein Schleifring und die dazuÂgehörigen Kontakte für die ununterbrochene Verbindung verantwortlich zeichnen. Auch die LED der Flak blitzen ohne Störung bei der vollen Umdrehung weiter. Jetzt war die Zielverfolgung mit Heben-Drehen-Schießen an der Reihe. Auch das funktioniert alles reibungslos. Dann war es Zeit, die Flak in Fahrstellung zu bringen. Dazu muss die Lafette so gedreht werden, dass die Mündungen der Flak in Fahrtrichtung zeigt. Anschließend wird sie wo weit abgesenkt, dass die Mündungsrohre fast waagerecht liegen.
Fern-Steuerung
Wenn man den linken Hebel der Fernsteuerung nach vorne drückt, setzt sich das Modell in Bewegung. Je weiter der Hebel nach vorne geschoben wird, desto schneller wird das Fahrzeug. Bei der Vorwärtsfahrt leuchten die beiden Frontscheinwerfer auf. Die in den Scheinwerfern verbauten LED haben leider einen für ein historisches Militärfahrzeug etwas störenden, an moderne Xenon-Lampen erinnernden Blaustich. Für ein Modellfahrzeug, das ein Fahrzeug aus den 1940er-Jahren darstellen soll, wären warmweiße LED eigentlich angebracht. Da die Wand des Hobbykellers schnell näher kommt, verlangsamen wir die Fahrt, stoppen und legen den Rückwärtsgang ein. Bei der Rückwärtsfahrt leuchten zwei rote Rückfahrlichter auf. Die Steuerung ist feinfühlig und proportional. Kurven meistert das Modell sehr flott und zügig. Ein Höchstgeschwindigkeitstest gestaltet sich ein wenig schwierig, denn die Reichweite der Fernsteuerung ist – zurückhaltend formuliert – noch ausbaufähig. Man muss also stets in ein paar Meter Entfernung zum Modell bleiben. Allerdings ist das RC-Equipment vorrangig für Einsteiger in unser Hobby vorgesehen. Ambitioniertere Fahrer werden sicher an dieser Stelle nachbessern.
Dennoch wollten wir die Höchstgeschwindigkeit herausbekommen. Dazu reicht bereits eine mit Vollgas absolvierte, 5 Meter lange Teststrecke. Diese ist nach 4,5 Sekunden absolviert. Nach der Formel Geschwindigkeit = Weg geteilt durch Zeit sind das etwa 1,11 Meter pro Sekunde. Umgerechnet in Stundenkilometer sind das etwa 4 Kilometer pro Stunde. Hochgerechnet auf das 1:1-Vorbild sind das zirka 64 Stundenkilometer. Ein beachtlich vorbildgetreuer Wert, denn das Originalfahrzeug erreichte etwa 70 Sachen. Als Nächstes steht der erste Outdoor-Einsatz an. Ein echter Härtetest, da zu diesem Zeitpunkt winterliche Bedingungen herrschen. Daher war es sinnvoll, die Klappe des Batteriefachs mit Klebeband zu verschließen, da sich diese am Unterboden befindet und so Feuchtigkeit in selbiges eindringen könnte. Ist das erledigt, kann es auch schon losgehen. Auf geräumten, befestigten Wegen fährt sich die M16 sehr flott und lässt sich gut lenken. Mal sehen, wie sich die Halbkette abseits des Weges schlägt. Auch hier fährt sich das Fahrzeug super. Es meistert das Gelände wie sein Vorbild. Einziger Wermutstropfen ist das bereits erwähnte Reichweitenproblem.
Innenansichten
Nach der Testfahrt erfolgte der Check, ob gröbere Gebrauchsspuren zu verzeichnen waren. Das Ergebnis fiel erfreulich positiv aus. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die im Modell verbaute Elektronik inspiziert. Diese befindet sich im Bereich der Ladefläche unter der Flak des M16-Halbkettenfahrzeugs. Die Ladefläche ist mit vier kleinen Schrauben fixiert. Die im Heck sind leicht zugänglich, die im vorderen Teil der Ladefläche jedoch unter dem Halter der Reserve-Magazine der Flak und dem Funkgerät verborgen. Das Regal mit den Magazinen und das Funkgerät lassen sich mit einiger Mühe, der nötigen Vorsicht und einem scharfen Messer entfernen. Anschließend sind auch diese beiden Schrauben zugänglich. Auch hinsichtlich eventueller Umbauten Oder Tuningmaßnahmen tut es gut zu wissen, dass die M16 ihr Innenleben ohne größere Schwierigkeiten frei gibt.
Ist die Ladefläche gelöst, muss die Bodenplatte mit der Flak daÂÂÂrauf vorsichtig abgehoben werden, um keine Kabel oder die Elektronik zu beschädigen. Zum Vorschein kommen ein sehr kleiner Lautsprecher für das MG-Geräusch und die kaum größere Steuerungsplatine. Diese beinhaltet den Empfänger, den elektronischen Fahrregler, die Ansteuerung für die Flak und das Lenkservo. Die Kabel, welche die Ladefläche mit der Unterwanne verbinden, sind sehr kurz. Man sollte beim Abheben der Ladefläche daher sehr vorsichtig sein, damit keine ÂKabelverbindungen beschädigt werden. Nachdem der große Flachstecker, der die Ladefläche mit der Platine verbindet, abgesteckt wurde, kann man die Getriebeabdeckung für die Drehung der Flak-Lafette sehen. Wie sind aber die Funktionen der Flak trotz der vollen Kreisdrehung sichergestellt?
Expedition
Zur Beantwortung dieser Frage löst man drei Schrauben, mit denen das Getriebe für die Drehung der Flak-Lafette befestigt ist und zieht dieses vorsichtig heraus. Zum Vorschein kommen ein kleiner Motor mit einem Schneckenzahnrad und Stirnradgetriebe, welches ein großes Zahnrad antreibt. Dieses ist augenscheinlich mit einer Welle verschraubt, welche durch den Boden der Ladefläche zum Flak-Unterbau führt. Um herauszufinden, wie es weiter im Innenleben aussieht, löst man auch diese Schraube und zieht das Zahnrad ab. Es lässt sich nur sehr schwer lösen, da die Verbindungswelle als Sechskant-Bolzen ausgeführt ist. Im Zahnrad ist das Gegenstück der dazugehörige Innensechskant. Der Vorteil dieser Lösung liegt auf der Hand, denn durch diesen Formschluss kann sich nichts lockern und leer durchdrehen. Im Unterbau der Flak sitzen die Schleifer, sechs Stück an der Zahl. Die Schleifring-Platte befindet sich direkt im Boden unter der Flak. Von diesem gehen die Kabel für die roten LED in den Flak-Mündungen und für das Servo ab. Übrigens: Dem gesamten System hat die Demontage nicht geschadet. Ist alles wieder ordentlich zusammengesetzt, funktioniert das Ganze wieder ohne Weiteres. Auch das ist ein gutes Zeichen für all diejenigen, die sich mit dem Gedanken an ein Um- oder Ausbauprojekt beschäftigen. Außerdem bleibt festzuhalten, dass die Demontage der einzelnen Bestandteile und die Inspektion der Elektronik nur geübten Funktionsmodellbauern anzuraten ist. Hobby-Neulingen ist von dieser Prozedur – nicht zuletzt aus Garantie- und Gewährleistungsgründen – abzuraten.
Das Halbkettenfahrzeug M16 von Torro ist ein sehr ansehnliches Modell, welches dank der guten Geländetauglichkeit und seiner Robustheit eine Menge Fahrspaß bereitet. Getrübt wird der gute Gesamteindruck leider von der geringen Reichweite der verbauten RC-Anlage. Auch die LED mit Xenoneffekt in den Frontscheinwerfern trüben die Freude an dem ansonsten originalÂgetreuen Modell ein wenig. In diesen Bereichen sollten herstellerseitig Verbesserungen erfolgen, dann kann diese M16-Halbkette eine Lücke im Marktsegment der militärischen Halbkettenfahrzeuge ausfüllen. Doch das Modell ist nicht nur für sich genommen insgesamt absolut positiv zu bewerten, es ist auch eine hervorragende Basis für Umbauten. Schließlich wurden diese Fahrzeuge einst auch als MannschaftsÂtransporter oder Ähnliches verwendet und später in der frühen Bundeswehr unter anderem als „Panzerflak 16“ eingesetzt.
Michael Obermeier
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